Die Lehrerausbildung für Latein bzw. Griechisch im Land Sachsen-Anhalt erfolgt in zwei Phasen: dem wissenschaftlichen Lehramtsstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zur Erlangung des 1. Staatsexamens und dem Vorbereitungsdienst am Staatlichen Seminar für Lehrämter, Studienstandort Halle (Saale), zum Abschluss des 2. Staatsexamens.

1. Staatsexamen

Die praxisnahe Ausbildung an der Universität umfasst – basierend auf einer anspruchsvollen fachwissenschaftlichen Ausbildung – erste schulpraktische Übungen bereits ab dem 3. bzw. 4. Fachsemester sowie drei fachdidaktische Seminare incl. Texterschließungsübungen zur Methodik eines zeitgemäßen Altsprachenunterrichts in Lehrwerk- und Lektürephase. Zwei einmonatige Unterrichtspraktika mit vergleichsweise hohem Lehrdeputat (10/15 Unterrichtsstunden pro Fach) ermöglichen einen realistischen Einblick in den Lehrerberuf und eine Überprüfung der Berufswahl. Dem gewachsenen Stellenwert der fachdidaktischen Ausbildung innerhalb des modularisierten Lehramtsstudiums entspricht die Möglichkeit, die wissenschaftliche Staatsexamensarbeit in der Vertiefungsrichtung Fachdidaktik Latein bzw. Griechisch abzufassen. Genauere Informationen finden Sie hier.

2. Staatsexamen

Studienseminar Halle

Der Vorbereitungsdienst (Referendariat), der zum 2. Staatsexamen hinführt, beginnt in Sachsen-Anhalt jedes Jahr am 1. April und am 1. September. Er dauert 16 Monate und umfasst die seminaristische sowie die schulpraktische Ausbildung. Ausbilder sind die Hauptseminar- und die Fachseminarleiter der jeweiligen Unterrichtsfächer. Zudem wirken an den Schulen die Mentoren (betreuende Lehrer in den Fächern) an der Ausbildung mit.

Im Ausbildungsunterricht, den die Referendare am Anfang hauptsächlich in betreuter und zunehmend in eigenverantwortlicher Form geben, werden sie von ihren Mentoren sowie bei Unterrichtsbesuchen von ihren Haupt- und Fachseminarleitern beraten.

Die Fachseminare finden jeweils wechselnd in zweiwöchigem Rhythmus statt und behandeln die didaktischen wie die methodischen Grundprinzipien modernen Latein- und Griechischunterrichts. Neben einer Reihe von verschiedenen Ausbildungsleistungen in den Seminaren erstellen die Referendare eine erfahrungsbasierte schriftliche Arbeit mit fachdidaktischer oder pädagogischer Thematik.

Der Vorbereitungsdienst endet mit der Ablegung des 2. Staatsexamens. Dieses besteht aus Prüfungsunterricht in beiden Fächern mit anschließender Reflexion und aus einem Kolloquium zu einem selbst gewählten schulischen Thema, wobei der Prüfling neben theoretischen Kenntnissen und praktischer Erfahrung auch die Fähigkeit zur sicheren Präsentation und Diskussion nachweist.

Genaueres: https://bildung.sachsen-anhalt.de/paedagogisches-personal/vorbereitungsdienst/allgemeine-informationen 

 

Neben der Lehramtsausbildung gibt es an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mehrere Bachelor- und Masterprogramme, in denen man Griechische oder Lateinische Philologie sowie auch Latein Europas (incl. Mittel- und Neulatein) studieren kann.